Kanton Aargau
Aargau
 
   
   
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Unterkulm
  
Postleitzahl:5726
Bei-/Übernamen: 
Gemeindebann:888 ha
  
Unterkulm
Wappenbeschreibung
Zweimal geteilt von Schwarz, Weiss und Blau. - Zugleich Bezirkswappen; bis 1953 auch gemeinsames Wappen mit Oberkulm.

Burgergeschlechter
Berner, Elsasser, Fäs, Gautschi, Gloor, Hartmann, Hofmann, Huber, Hunziker, Kyburz, Leutwyler, Meier, Müller, Schönenberg, Senn, Spirig, Suter, Wälti

Nachbargemeinden
Dürrenäsch, Gränichen, Hirschthal, Muhen, Oberkulm, Schlossrued, Schöftland, Teufenthal

Wohnbevölkerung
Jahr1850190019502000 
Einwohner173014481814  

Chronologie
1045Erste urkundliche Erwähnung. Die Bezeichnung des früheren Gutshofes Columbaria taucht erstmals als Dorf- und Siedlungsname auf: «Cholunbari», «Chulenbare».
ca. 1350Zur Pfarrei Kulm gehört ab etwa 1350 die Marien-Kaplanei zu Zetziwil.
1491Neu gehört die Schlosskapelle Trostburg in Teufenthal zur Pfarrei Kulm.
1500Der Kirchenturm wurde erhöht. Nebst einem fünfstimmigen Geläute ist im Turm auch die älteste heute (1990) noch im Betrieb stehende Turmur des bekannten Winterthurer Uhrmachers Laurentz Liechti installiert. Erbaut wurde sie im Jahre 1530.
1528Bis zum Jahre 1528 war die Bevölkerung von Unterkulm katholisch. Dann führten die Berner durch Rudolf Kissling, Kilchherr zu Kulm, trotz anfänglichem Widerstand, die Reformation ein. Seither ist der grösste Teil der Bevölkerung reformiert.
1565Das Kirchenspiel Kulm eröffnete die erste Schule. Die ersten Schulmeister waren wandernde Gesellen.
1803Mit der Gründung des Kantons Aargau fiel Unterkulm die Ehre zu, als Hauptort des Bezirks Kulm bestimmt zu werden. Mit der Würde folgte aber auch die Bürde. Es fehlten damals nähmlich an Räumlichkeiten für die Unterbringung des Bezirksamtes und des Bezirksgerichtes. Der erste Bezirksammann, Karl Friedrich von May - mit Wohnsitz auf dem Schloss Rued -, musste die Sitzungen in einer Unterkulmer Wirtschaft abhalten und das Archiv in seinem Schlosse unterbringen. Das Bezirksgefängnis befand sich im alten Schulhauskeller. Die Gerichtskanzlei wurde im Landhaus des Müller Nobs («Lindenhof») und das Gerichtslokal in der Wirtschaft «zur Sonne» (später «Café zur Post») eingerichtet
1814 / 1815Der Ausbau der Ruederstrasse (heute Brandholzstrasse) erfolgte.
1817Die Textilindustrie liess sich in Unterkulm nieder.
1818Am 10. Juni bewilligten der Bürgermeister und Kleiner Rat das Kanton Aargau der Gemeinde Unterkulm die Abhaltung von zwei Jahr- und Viehmärkten, von denen einer auf den zweiten Freitag im April und der andere auf den letzten Freitag im Oktober festgelegt wurde. Im Laufe der Jahre erfuhr das Marktrecht durche weitere Bewilligungen der Regierung eine Erweiterung auf insgesamt vier Waren- und Viehmärkte und zwei reine Viehmärkte. Nach dem zweiten Weltkrieg verloren die Viehmärkte immer mehr an Bedeutung und fallen heute ganz aus. Die Warenmärkte erfreuen sich jedoch nach wie vor einer grossen Anziehungskraft.
1823 / 1824Der Ausbau der Wynental-/Hauptstrasse erfolgte.
1828Grossbrand in der Baumwollspinnerei.
1831Das Schulhaus Wannenhof wurde erbaut.
1834Nach langwierigen Beratungen und Verhandlungen liess die Gemeinde Unterkulm das heutige Bezirksgebäude erbauen, damit die Bezirksstellen unter einem Dach vereinigt werden konnten.
1842Das Primarschulhaus wurde erbaut.
1848Grossbrand in der Baumwollspinnerei.
1863Die dem ganzen mittleren Wynental dienende Bezirksschule wurde von dem damals in Neapel tätigen Unterkulmer Bürger Amedeo Berner ins Leben gerufen.
1871 - 1874Die Neuanlage der Böhlerstrasse (Verbindung nach Schöftland) erfolgte.
1874Adolf Karrer begann in einer stillgelegten Kundenmühle mit der Fabrikation von Musikdosen. Daraus entstand später die grössste Armaturenfabrik der Schweiz, die heutige KWC AG (vormals AG Karrer, Weber & Cie.).
ca. 1890Der Getreidebau wich mehr und mehr der Milchwirtschaft, so dass die vorhandenen zwei Kundenmühlen ungefähr 1890 durch die beiden Käsereien Dorf und Wannenhof ersetzt wurden.
1904Die Wynentalbahn (früher WTB, heute WSB) wurde in Betrieb genommen, eine direkte Verkehrsverbindung zur Kantonshauptstadt und zum oberen Wynental.
1911Mit dem Erwerb des heutigen Gemeindehauses konnten der Gemeindeverwaltung separate Räumlichkeiten zugewiesen werden.
1939Das Bezirksschulhaus mit Turnhalle wurde erbaut.
1957Die Katholiken, die der Katholischen Kirchgemeinde Reinach-Menziken angehören, liessen in Unterkulm eine eigene Kirche erbauen.
1960 - 1964Die Hauptstrasse wurde innerorts ausgebaut und verbreitert. Gleichzeitig wurde im Dorfzentrum zwischen dem Gasthof Sonne und dem Bezirksgebäude ein grosser öffentlicher Parkplatz erstellt.
1961Die Sekundarschule wurde eröffnet.
1969Der durch private Initiative entstandene Kindergarten konnte eröffnet werden.
1972Die Schulanlage Färberacker mit Doppelturnhalle wurde erstellt.
1977Der Erweiterungsbau der Bezirksschule konnte mit einem kleinen Jugendfest eingeweiht werden.
1991Bezug des neuen Bezirksgebäudes und Auflösung des Mietverhältnisses mit der Gemeinde Unterkulm.

Quellen
Aargau   Heimatkunde für jedermann, 3. Auflage 1979
Die Aargauer Gemeinden 1991
Familiennamenverzeichnis der Schweizer Bürger bis 1861, GHGB, Ausgabe 2005
www.swissfot.ch