Kanton Aargau
Aargau
 
   
   
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Tägerig
  
Postleitzahl:5522
Bei-/Übernamen: 
Gemeindebann:327 ha
  
Tägerig
Wappenbeschreibung
In Blau zwei gekreuzte weisse Schlüssel, überhöht von einem fünfstrahligen gelben Stern. - Herkunft: Fahne des Papstes Julius II., die 1512 der Stadt Mellingen geschenkt wurde

Burgergeschlechter
Blattmer, Huber, Meier, Seiler, Spreuer, Stöckli, Widmer, Zimmermann

Nachbargemeinden
Hägglingen, Mellingen, Niederwil, Stetten, Wohlenschwil

Wohnbevölkerung
Jahr1850190019502000 
Einwohner990606726  

Chronologie
1189Tägerig, das um 1160 als «Tegrank» in den Acta Murensia erscheint, wurde am 13. März erstmals urkundlich erwähnt
1315Von je her gehörte in den Zwing Tägerig der benachbarte, etwa 100 Meter höher, am Fusse des Rötlers gelegene Weiler Büschikon. Der Name des Hofes taucht zum ersten Mal am 17. Januar 1315 auf. Wernher von Goldau, Schultheiss, und die Bürger von Mellingen urkunden, dass Ulrich der Meyer von Rohrdorf, Bürger zu Mellingen, all seine Liegendes und fahrendes Gut, worunter auch Acker zu «Böschon» und ein Acker zu «Tegrang» an die Meisterin und den Konvent des Gotteshauses von Gnadenthal vergeben habe. Die Frauen von Gnadenthal nehmen ihn dagegen bis zu seinem Tode als Pfründer in ihr Kloster auf
1343Der Ort Büschikon wird zum zweiten Mal genannt und zwar diesmal als «Büschinkon»
1529Tägerig schloss sich vorübergehend der Reformation an
1627Das Dorf wurde von der Pest heimgesucht. Ein steinernes Kreuz beim ehemaligen Lindenplatz erinnert an die vielen Opfer, die dort begraben sein sollen
1653Im Bauernkrieg wurde das Dorf ausgeplündert
1656 + 1712Auch in den beiden Villmergerkriegen wurde das Dorf ausgeplündert
1669Das erste Gotteshaus, mit Standort oben im Dorfe in der Nähe des Lindenplatzes, konnte am 12. Juni durch Weihbischof Georg Sigismund von Konstanz zu Ehren des Patrone St. Antoni und St. Wendel geweiht werden
1778Die Kinder von Tägerig genossen in einer Bauernstube erstmals Schulunterricht
1798Nach dem Umsturz wurde Tägerig selbständige politische Gemeinde
1807Das erste Schulhaus der Gemeinde wurde erbaut
1838Vom Freitag auf Samstag, 17. März, erlebte Tägerig eine Schreckensnacht. Ein Dorfbrand vernichtete bis auf wenige Häuser die ganze Siedlung. 507 Personen wurden obdachlos. Ein Teil der Brandgeschädigten musste auswandern. Auch die Kapelle fiel dem grossen Brandunglück zum Opfer. Einziger Zeuge ist noch das gerettete Glöcklein, heute im Türmchen der Lourdes-Kapelle.
1846Die Gemeinde baute unten im Dorfe, hauptsächlich in Frondienst der Bürger, die heutige, unter Denkmalschutz stehende Pfarrkirche. Am 26. Juni wurde sie durch Bischof Salzmann von Basel zu Ehren der Patrone Sankt Antonius Eremit und Sankt Wendelin geweiht
1853Verkehrsmässiger Anschluss an die Pferdepost Baden-Bremgarten wurde realisiert
1864Durch Beschluss des Grossen Rates vom 1. September wurde Tägerig von der alten Mutterkirche Niederwil, und Büschikon vom Sprengel Hägglingen getrennt und zur selbständigen Pfarrei erhoben
1900Auf private Initiative wurde die Lourdes-Kapelle mit Kreuzwegstationen auf dem Gütsch errichtet. Die Anlage ist heute Eigentum der Ortsbürgergemeinde Tägerig
1913Ein neues, prächtiges Schulhaus wurde eingeweiht
1915Seraphin Meier schuf das vorzügliche Dokument «Die Geschichte von Tägerig»
1920In den Stuben leuchtete bereits elektrisches Licht
1924Die Gemeindewasserversorgung wurde eingeführt
1926Es erfolgte der Postauto-Anschluss Mellingen Bremgarten
1955Als eine der ersten Gemeinden konnte Tägerig seine Abwässer einer eigenen Kläranlage zuführen. Gleichzeitig erfolgte der Strassenbau mit Trottoirs
1971Der erste Kindergarten in der Gemeinde wurde seiner Bestimmung übergeben
1981Die Gemeinde errichtete ein Mehrzweckgebäude mit Zivilschutzanlage
1982Es erfolgte der Anschluss an den PTT-Bus Baden-Bremgarten
1989Zur 800-Jahr-Feier erschin durch die Gemeinde die wertvolle Festschrift «Tägerig, Euses Dorf»

Quellen
Aargau   Heimatkunde für jedermann, 3. Auflage 1979
Die Aargauer Gemeinden 1991
Familiennamenverzeichnis der Schweizer Bürger bis 1861, GHGB, Ausgabe 2003
www.swissfot.ch